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Monatsberichte der Kammer

Sehr geehrte Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle: Die Aufgaben einer Kammer sind formell durch den Gesetzgeber definiert. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen: hoheitliche Aufgaben, freiwillige Aufgaben sowie die Interessenvertretung der Betriebe des Handwerks.

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einen Einblick in diese Aufgabenerfüllung unseres Hauses geben. Dafür werden monatlich Berichte eingestellt. Natürlich können diese Berichte keine Eins-zu-eins-Darstellung aller Arbeiten sein, die erledigt werden. Dafür sind der Umfang und die Vielzahl der Tätigkeiten einfach zu groß. Sie informieren aber zu wichtigen Höhe- und Schwerpunkten insbesondere im Bereich der freiwilligen Aufgaben und der Interessenvertretung. Gern stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.

Dirk Neumann
Hauptgeschäftsführer

Der Monat war geprägt von den bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Insbesondere die Handwerke für den persönlichen Bedarf (hier Friseure und Kosmetiker) müssen schon seit dem alten Jahr ihre Unternehmen geschlossen halten. Die Beratung dieser Betriebe ist der Schwerpunkt an der Hotline. Insbesondere Fragen der Unterstützung und von Hilfsmaßnahmen prägen die Anrufe.   Dieses Thema prägt auch den Dialog mit den Ministerien und der Verwaltung. In wöchentlichen Abstimmungen mit dem Wirtschaftsminister und auch in weiteren Gesprächen werden die ausbleibenden Hilfen immer wieder vom Hauptgeschäftsführer thematisiert.

Ein besonderes Problem entstand bei den Kosmetikern/Fußpflegern:

Der § 7 Absatz 4 der Eindämmungsverordnung ging Ende letzten/Anfang diesen Jahres wenig selbsterklärend davon aus, dass medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel medizinische Fußpflege (Podologie) unter Beachtung geeigneter Maßnahmen weiterhin möglich sein sollen.   Die Betriebe gingen daher davon aus, dass nicht nur den Podologen, sondern auch unter bestimmten Voraussetzungen den Kosmetikern gewissermaßen grünes Licht gegeben wurde. In den ersten beiden Januarwochen mussten diese allerdings die Erfahrung machen, dass die Gesundheitsämter der südlichen und mittleren sachsen-anhaltischen Landkreise die großzügige Handhabung nur teilweise mittrugen. Aus diesem Grund wurde an sämtliche mittel- und süd-anhaltischen Gesundheitsämter ein Rundschreiben verfasst, im Rahmen dessen auf die bestehende Rechtsunsicherheit hingewiesen wurde und im Zuge dessen die Gesundheitsämter zur Vermeidung von Bußgeldern gebeten wurden, ihre Lesart von § 7 Absatz 4 der Eindämmungsverordnung mitzuteilen, damit die Mitglieder entsprechend beraten werden können.

Im Ergebnis dieses Rundschreibens äußerten sich dann in den nächsten Tagen schriftlich bzw. telefonisch eine Vielzahl der angeschriebenen Gesundheitsämter und teilten ihre entsprechende Rechtsauffassung mit. Diese musste dann leider dazu führen, dass auch die Handwerkskammer bzw. deren Berater vorsichtiger beraten mussten und lediglich den Podologen „grünes Licht“ geben konnten. Die Handwerkskammer ist derzeit bemüht, eine für das Handwerk nutzbringende Lösung beim Gesetzgeber herbei zu führen, um den Kosmetikern die medizinische Fußpflege wieder zu ermöglichen.

Die Ausbildung im Handwerk läuft auch in Pandemiezeiten.

Für die Auszubildenden begann das Jahr mit einer erfreulichen Neuerung: Seit Monatsbeginn gibt es in Sachsen-Anhalt ein Azubiticket. Landesweit haben bereits 927 junge Menschen ein Abo abgeschlossen. Dafür zahlen sie im Monat 50 Euro. Das Azubicket geht auf eine Initiative der beiden Handwerkskammern und des Handwerkstages in Sachsen-Anhalt zurück.

Im Bildungszentrum der Handwerkskammer kann die Ausbildung mit Einschränkungen weitergehen. Es ist der Handwerkskammer gelungen gegenüber den Ministerien für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung sowie für Arbeit und Soziales darzustellen, dass eine praktische Ausbildung im Handwerk nicht im Homeschooling stattfinden kann. Daher wurde in einem Erlass die Durchführung von prüfungsrelevanten Lehrgängen (mit Prüfung bis zum 31. August) mit maximal zehn Teilnehmern je Kurs gestattet. Somit werden derzeit nur Azubis des zweiten und dritten Ausbildungsjahres sowie einige wenige Meister- und Fortbildungskurse unterwiesen. Zugleich sind die Meistervorbereitungslehrgänge in den Teilen drei und vier auf Onlineunterricht umgestellt worden.

Eine der größten Herausforderungen derzeit ist die Berufsorientierung für junge Menschen.

Eigentlich sind die ersten Monate des Jahres Schwerpunktwochen für die Berufswahl. Die Beratung der jungen Menschen findet derzeit am Telefon (Schwerpunkttage am 21. und 28. Januar) und in den digitalen Medien statt. Insbesondere der Instagram-Kanal team.azubi, in dem junge Auszubildende selbst ihre Berufe vorstellen wird zunehmend gut angenommen.

Sonstiges:

Konjunkturumfrage 4/2020
Presseinformation: Bange Erwartungen angesichts der Coronakrise
Presseinformation: Hilfen sind gut – Betriebsöffnungen sind besser
Presseinformation: Aktion des regionalen Handwerks
Presseinformation: Friseure und Kosmetiker brauchen Signal des Landes
Presseinformation: Neue bürokratische Verpackungs- und Pfandvorschriften zum falschen Zeitpunkt
Presseinformation: Flexible Ansätze statt Lockdown
Presseinformation: Gesetz zum Homeoffice bekämpft keine Pandemie
„Die Belastungsgrenze ist erreicht!“