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Monatsberichte der Kammer

Sehr geehrte Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle: Die Aufgaben einer Kammer sind formell durch den Gesetzgeber definiert. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen: hoheitliche Aufgaben, freiwillige Aufgaben sowie die Interessenvertretung der Betriebe des Handwerks.

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einen Einblick in diese Aufgabenerfüllung unseres Hauses geben. Dafür werden monatlich Berichte eingestellt. Natürlich können diese Berichte keine Eins-zu-eins-Darstellung aller Arbeiten sein, die erledigt werden. Dafür sind der Umfang und die Vielzahl der Tätigkeiten einfach zu groß. Sie informieren aber zu wichtigen Höhe- und Schwerpunkten insbesondere im Bereich der freiwilligen Aufgaben und der Interessenvertretung. Gern stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.

Dirk Neumann
Hauptgeschäftsführer

Der Monat war geprägt von den bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Insbesondere die Handwerke für den persönlichen Bedarf (hier Friseure und Kosmetiker) müssen schon seit dem alten Jahr ihre Unternehmen geschlossen halten. Die Beratung dieser Betriebe ist der Schwerpunkt an der Hotline. Insbesondere Fragen der Unterstützung und von Hilfsmaßnahmen prägen die Anrufe.   Dieses Thema prägt auch den Dialog mit den Ministerien und der Verwaltung. In wöchentlichen Abstimmungen mit dem Wirtschaftsminister und auch in weiteren Gesprächen werden die ausbleibenden Hilfen immer wieder vom Hauptgeschäftsführer thematisiert.

Ein besonderes Problem entstand bei den Kosmetikern/Fußpflegern:

Der § 7 Absatz 4 der Eindämmungsverordnung ging Ende letzten/Anfang diesen Jahres wenig selbsterklärend davon aus, dass medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel medizinische Fußpflege (Podologie) unter Beachtung geeigneter Maßnahmen weiterhin möglich sein sollen.   Die Betriebe gingen daher davon aus, dass nicht nur den Podologen, sondern auch unter bestimmten Voraussetzungen den Kosmetikern gewissermaßen grünes Licht gegeben wurde. In den ersten beiden Januarwochen mussten diese allerdings die Erfahrung machen, dass die Gesundheitsämter der südlichen und mittleren sachsen-anhaltischen Landkreise die großzügige Handhabung nur teilweise mittrugen. Aus diesem Grund wurde an sämtliche mittel- und süd-anhaltischen Gesundheitsämter ein Rundschreiben verfasst, im Rahmen dessen auf die bestehende Rechtsunsicherheit hingewiesen wurde und im Zuge dessen die Gesundheitsämter zur Vermeidung von Bußgeldern gebeten wurden, ihre Lesart von § 7 Absatz 4 der Eindämmungsverordnung mitzuteilen, damit die Mitglieder entsprechend beraten werden können.

Im Ergebnis dieses Rundschreibens äußerten sich dann in den nächsten Tagen schriftlich bzw. telefonisch eine Vielzahl der angeschriebenen Gesundheitsämter und teilten ihre entsprechende Rechtsauffassung mit. Diese musste dann leider dazu führen, dass auch die Handwerkskammer bzw. deren Berater vorsichtiger beraten mussten und lediglich den Podologen „grünes Licht“ geben konnten. Die Handwerkskammer ist derzeit bemüht, eine für das Handwerk nutzbringende Lösung beim Gesetzgeber herbei zu führen, um den Kosmetikern die medizinische Fußpflege wieder zu ermöglichen.

Die Ausbildung im Handwerk läuft auch in Pandemiezeiten.

Für die Auszubildenden begann das Jahr mit einer erfreulichen Neuerung: Seit Monatsbeginn gibt es in Sachsen-Anhalt ein Azubiticket. Landesweit haben bereits 927 junge Menschen ein Abo abgeschlossen. Dafür zahlen sie im Monat 50 Euro. Das Azubicket geht auf eine Initiative der beiden Handwerkskammern und des Handwerkstages in Sachsen-Anhalt zurück.

Im Bildungszentrum der Handwerkskammer kann die Ausbildung mit Einschränkungen weitergehen. Es ist der Handwerkskammer gelungen gegenüber den Ministerien für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung sowie für Arbeit und Soziales darzustellen, dass eine praktische Ausbildung im Handwerk nicht im Homeschooling stattfinden kann. Daher wurde in einem Erlass die Durchführung von prüfungsrelevanten Lehrgängen (mit Prüfung bis zum 31. August) mit maximal zehn Teilnehmern je Kurs gestattet. Somit werden derzeit nur Azubis des zweiten und dritten Ausbildungsjahres sowie einige wenige Meister- und Fortbildungskurse unterwiesen. Zugleich sind die Meistervorbereitungslehrgänge in den Teilen drei und vier auf Onlineunterricht umgestellt worden.

Eine der größten Herausforderungen derzeit ist die Berufsorientierung für junge Menschen.

Eigentlich sind die ersten Monate des Jahres Schwerpunktwochen für die Berufswahl. Die Beratung der jungen Menschen findet derzeit am Telefon (Schwerpunkttage am 21. und 28. Januar) und in den digitalen Medien statt. Insbesondere der Instagram-Kanal team.azubi, in dem junge Auszubildende selbst ihre Berufe vorstellen wird zunehmend gut angenommen.

Sonstiges:

Konjunkturumfrage 4/2020
Presseinformation: Bange Erwartungen angesichts der Coronakrise
Presseinformation: Hilfen sind gut – Betriebsöffnungen sind besser
Presseinformation: Aktion des regionalen Handwerks
Presseinformation: Friseure und Kosmetiker brauchen Signal des Landes
Presseinformation: Neue bürokratische Verpackungs- und Pfandvorschriften zum falschen Zeitpunkt
Presseinformation: Flexible Ansätze statt Lockdown
Presseinformation: Gesetz zum Homeoffice bekämpft keine Pandemie
„Die Belastungsgrenze ist erreicht!“

Der Februar brachte für das Handwerk noch keine Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie.

Insbesondere im Kosmetiker und Friseurhandwerk forderten die Betriebe ein deutliches Signal. Die Handwerksammern im Land organisierten daher am 5. Februar 2021 eine landesweite Protestaktion. Ladengeschäfte wurden großflächig abgeklebt und mit dem von den Kammern erstellen und an die Politik gerichteten Motto „Wenn Ihr weiter nur die Großen rettet könnte es hier bald so aussehen!“ versehen. Diese Aktion fand eine breite Resonanz in den Medien. Der Protest der Betriebe wurde von einem Anschreiben der Handwerkskammer Halle an den Ministerpräsidenten begleitet, in dem er aufgefordert wurde, zum Handwerk zu kommen und das Gespräch mit betroffenen Unternehmern zu suchen. Dieser Einladung folgte Herr Dr. Haseloff gemeinsam mit Staatsminister Robra und stellte sich am 8. Februar einem Video-Dialog, an dem sechs Kosmetik- und Friseurbetriebe aus dem gesamten Land und beide Kammern teilnahmen.
Eventuell auch in Folge des Engagements der Unternehmen im Land erhalten die Handwerke für den persönlichen Bedarf (hier Friseure und in Teilbereichen auch die Kosmetiker) Öffnungsperspektiven. Diese Öffnung zum 1. März wird durch die Kammer begrüßt, zugleich aber auch hinterfragt. So stellt sich nicht dar, warum eine medizinische Fußpflege möglich ist, an gleicher Stelle und mit den gleichen Hygienemaßnahmen aber eine kosmetische nicht.
Die Auswirkungen der Pandemie prägen auch den Dialog mit den Ministerien und der Verwaltung. Die wöchentlichen Abstimmungen mit dem Wirtschaftsminister werden vom Hauptgeschäftsführer genutzt, um an konkreten Fällen aus den Betrieben Hilfsmaßnahmen bzw. deren Bereitstellung zu hinterfragen.

Neben der Unterstützung der Betriebe in der besonderen Situation werden die regulären Dienstleistungen der Handwerkskammer weiterhin angeboten.

In der Betriebsberatung spielt dabei das Themenspektrum rund um die Betriebsnachfolge eine große Rolle.
So konnte ein Fall geregelt werden, bei dem ein Unternehmer die Geschäfte seines Vorgängers nahtlos weiterführt. Allerdings wurde festgestellt, dass das Unternehmen für die handwerklichen Tätigkeiten keinen Eintrag in der Handwerksrolle besitzt. Für die Übernahme des bestehenden Unternehmens musste ein Kaufpreis gezahlt werden, der von einer Bank kreditiert wird. Der Kredit wird aber nur ausgereicht, wenn das Unternehmen Mitglied der Handwerkskammer wird. Gemeinsam haben Betriebsberatung und Handwerksrolle eine Lösung für das Unternehmen gefunden. Nun kann es Löhne zahlen, Material bestellen und wieder aktiv am Marktgeschehen teilnehmen.
Zur Dienstleistungspalette der Berater gehören auch Mediationen, also die Unterstützung bei der Beilegung von Divergenzen in Unternehmen. Im Februar wurde dabei einem Unternehmen geholfen, in welchem nach längerer Krankheit des Geschäftsführers Kompetenzverschiebungen aufgetreten waren. Leitende Mitarbeiter sahen sich nach dessen Rückkehr zurückgesetzt. Nach entsprechender Mediation konnten die Probleme geklärt werden.

In der Abteilung Berufliche Bildung laufen die Vorbereitungen, um ab dem Sommer an einem neuen Landesprogramm teilzunehmen.

Über das Land Sachsen-Anhalt sollen Betriebe bei der Ausbildung durch Beratungen unterstützt werden. Die Handwerkskammer nutzt solche Förderungen durch Dritte, um die finanzielle Belastung der Unternehmen beim Beitrag zu mindern. Sofern ein Zuschlag erfolgt, werden zwei Berater für Ausbildung vom Land finanziert.

Bildung ist aber mehr als nur Schule und Betrieb. Seit Januar läuft ein Wettbewerb für Auszubildende, in den sich diese mit innovativen digitalen Projekten für das Unternehmen einbringen können (Azubi4ID-Challenge). In den Vorjahren wurden mehrere Ideen von Teilnehmern in den Betriebsalltag der Ausbildungsbetriebe integriert.

Gut angenommen werden auch die neuen Wege zur Berufsorientierung. Dazu gehören eine Telefonhotline für Schülerinnen und Schüler (donnerstags von 13 – 16 Uhr) oder bei Instagram das Portal „team.azubi“. Hier geben Auszubildende selbst ganz persönliche Einblicke in ihren Berufsalltag.

Lehrgänge liefen zum Großteil weiter

Dank eines Erlasses des Landes Sachsen-Anhalt kann die Ausbildung in prüfungsrelevanten Lehrgängen (mit Prüfung bis zum 31. August 22) mit maximal zehn Teilnehmern je Kurs gestattet. Im Februar waren das 49 Kurse (Elektro 7 ÜLU Kurse, SHK: 2 ÜLU Kurse, Metall/Schweißen: 5 ÜLU Kurse, Kfz: 16 ÜLU Kurse, Bau: 12 ÜLU Kurse, Maler/FZL: 6 ÜLU Kurse, Büromanagement: 1 ÜLU Kurs)

Neu ist die digitale Durchführung der ÜLU Büromanagement sowie der Lehrgänge Meistervorbereitungslehrgang Teil 3 und AEP kompakt als Online-Unterricht und gesplitteten Unterricht (digital & Präsenz).
Für die Kfz-Betriebe sind die TAK Lehrgängen zur Bestätigung der entsprechenden Befähigungsberechtigungen wichtig. Diese laufen ebenfalls.

Vorsichtige Rücknahme der Eindämmungsmaßnahmen bestimmend

Im März bestimmte eine vorsichtige Rücknahme der Eindämmungsmaßnahmen die Arbeit im Handwerk. Zu Beginn des Monats öffneten Friseure und die medizinische Fußpflege der Kosmetiker, eine Woche später dann auch die reguläre kosmetische Behandlung. Die Schwerpunkte der Anfragen aus den Unternehmen lagen dementsprechend bei den einzuhaltenden Hygienevorschriften und -regeln. Im Dialog mit der Landesverwaltung und Politik konzentriert sich die Handwerkskammer jetzt auf die Wiederherstellung der Normalität in allen Tätigkeitsfeldern des Handwerks. Insbesondere die Nahrungsmittelhandwerke zeigen noch immer Umsatzverluste durch die nach wie vor geschlossenen Imbisstheken oder Cafébereiche an. Entlastend wirkt die Öffnung der Schulen, so dass wenigstens Teile des Cateringgeschäfts wieder aufgenommen werden können. Hochproblematisch ist auch die Situation von Betrieben, deren Hauptumsatz auf Märkten und Volksfesten erzielt wird, etwa den Keramikern.

Geplante Osterruhe stark kritisiert

Der politische Dialog setzt sich in der Forderung nach sachgerechten und zeitnahen Hilfsmaßnahmen für betroffene Betriebe (Überbrückungshilfe etc.) fort. Erhebliche Kritik hat die Handwerkskammer an der sogenannten Osterruhe geäußert. Hierfür gab es ein breites Medienecho bis hin zu den Hauptnachrichten des Mitteldeutschen Rundfunks.

Nachfolgewoche: Beratung und Mediation

Traditionell findet im März eine „Woche der Nachfolge“ statt, denn für viele Unternehmer ist es schwierig, einen Nachfolger für den eigenen Betrieb zu finden. Pandemiebedingt fanden die Veranstaltungen nur online statt. Für die Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer allerdings wurden spezielle Nachfolgeberatungen in Dessau, Weißenfels, Zerbst, Eisleben und Wittenberg angeboten. Für Übergebende wie Übernehmende ist der Prozess einer Übergabe oft nicht einfach. Beide Seiten begeben sich mit einer eigenen Erwartungshaltung an den Übergabe-/Übernahmeprozess. Der Generationsunterschied und die langjährige Alltagsroutine bei der Bewältigung von Aufgaben sind zwei Faktoren, die manchmal einen Übergabeprozess stark behindern. In solchen Fällen kann eine Mediation mit beiden Partnern helfen. Eine dafür geschulte Beraterin der Kammer konnte bspw. in mehreren Gesprächsterminen die Interessen von Übergeber und Übernehmer erfassen, zu Aufgaben umschreiben und terminieren. So konnten Beide Schritt für Schritt an den vielen kleinen Bausteinen der Betriebsübergabe arbeiten. Dies erleichtert das Vorhaben für Übergeber und Übernehmer.

Meistergründungsprämie

Als wichtiges Element bei der Unterstützung einer Nachfolge hat sich in Sachsen-Anhalt die Meistergründungsprämie erwiesen. Die Finanzierung dieser ist im Land an EU-Mittel gebunden. Für die anstehende Förderperiode engagiert sich die HWK für eine Fortschreibung der Förderbedingungen.

Digitalisierung: viele Workshops

Digitalisierung ist auch oder gerade in Pandemiezeiten ein wichtiges Thema der Kammerarbeit. Im März haben weitere Online-Workshops zu rechtssicheren Webseiten und Shopsystemen sowie zum Datenschutz stattgefunden. Dabei kam der Wunsch auf, den Fernabsatz (also dem Handel über das Internet) zu thematisieren. Das Webinar ist derzeit in Vorbereitung. Neu im Portfolio ist auch en „Webcheck“ bei dem Mitgliedsbetriebe ihre Webseiten zur Überprüfung auf verschiedene Kriterien, von Recht bis Marketing, einreichen können.

Kurse der Aus- und Weiterbildung

Im Bildungszentrum laufen die Kurse der Überbetrieblichen Ausbildung weiter. Die Eindämmungsmaßnahmen erfordern ein Hygienekonzept und die Beschränkung auf maximal zehn Kursteilnehmer. Erfreulicherweise können auch wieder Meisterkurse beginnen. Im März startete ein Vollzeitkurs Kfz (Fachtheorie) und ein Teilzeitkurs für Zimmerer (Fachpraxis und -theorie). Laufend werden auch für die Kfz-Betriebe die TAK-Lehrgänge zur Bestätigung der entsprechenden Befähigungsberechtigungen AU oder Sicherheitsprüfung angeboten. Erstmals konnte ein Seminar zur Kleinen Bauvorlageberechtigung für Meister des Maurer- und Betonbauer-, sowie des Zimmerhandwerks angeboten werden. Die Handwerkskammer kämpfte bis 2020 für eine Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung fürs Handwerk (vgl. Änderung der Bauordnung stärkt Bedeutung des Meisterbriefs).

Ausbildungsberatung auf Instagram

Für Schüler und deren Eltern stehen die Ausbildungsberater der Handwerkskammer immer donnerstags von 13-16 Uhr für Fragen rund um die Berufswahl zur Verfügung. In der bundesweit stattfindenden Woche der Ausbildung vom 15. bis zum 19. März erfolgte die Beratung täglich. Leider ist es noch nicht möglich, in Schulen Berufsorientierung anzubieten. Daher nutzen die Berater die Möglichkeiten der sozialen Medien, um für Ausbildung zu werben. Auf dem Instagramkanal „team.azubi“ werden Berufe jugendgerecht vorgestellt.

Sonstiges

Presseinformation: Digitale Ideen der Azubis gefragt
Presseinformation: Trotz Coronakrise: Ausbildung im Handwerk geht weiter
Presseinformation: Handwerk: Stopp der Coronahilfen verschärft Krise
Presseinformation: Jetzt über Zukunft nachdenken – Ausbildungschancen im Handwerk
Presseinformation: Bildungs- und Technologiezentrum startet Meisterkurse für Metallbauer
Presseinformation: Handwerk begrüßt Fortsetzung der Ausbildungsprämie
Presseinformation: Perspektiven statt Eindämmung

Auch im April bestimmen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen die Arbeit im Handwerk.

Nachdem im Vormonat Friseure und Kosmetiker unter Auflagen wieder öffnen konnten, verursachte die Bundesnotbremse erneut erhebliche Irritationen. Insbesondere die zunächst unzureichend deklarierten Regeln für die Tests von Kunden in diesen Handwerken führt zu einer Flut von Nachfragen. Im Interesse der Handwerksbetriebe erstellte die Handwerkskammer eine Selbstbescheinigung für Friseure und Kosmetiker (nach dem Vorbild Sachsens), in der Kunden die Anwendung eines „anerkannten“ Tests bestätigen konnten. Auf Hinweis der zuständigen Stellen in Magdeburg musste diese einfache Lösung nach wenigen Tagen allerdings verworfen werden. Um Sicherheit für die Betriebe herzustellen, haben die Betriebsberater der Handwerkskammer den Kontakt zu allen Gesundheitsämtern aufgenommen, um zu klären, was diese unter „anerkannten Testen“ verstehen. Parallel wurde die unzureichende Rechtsvorschrift gemeinsam mit den Kollegen aus der Handwerkskammer Magdeburg an die Landespolitik herangetragen, um eindeutige Regulierungen zu finden.

Alle bekannt werdenden Hinweise und Vorschriften werden regelmäßig und zeitnah auf der Website der Handwerkskammer sowie in den sozialen Medien publiziert.

So beispielsweise auch die Kooperation mit einem Leipziger Unternehmen, das Tests an Handwerksbetriebe liefern kann. Als Kammer haben wir dabei nur die Kontakte vermittelt und sind nicht Vertragspartner. Leider sieht sich die Handwerkskammer dann auch der Kritik ausgesetzt, etwa wenn hinterfragt wird, ob man denn bei einem Kontingent von 30.000 Schnelltests als „30.001. herunterfalle“ oder aber es werden der Handwerkskammer Gewinnerzielungsabsichten unterstellt. Solche oder auch schlimmere ungerechtfertigte, oft hochemotionale Vorwürfe prägen derzeit das Meinungsbild in vielen Medien. Die Handwerkskammer wird dennoch auch weiterhin sachorientiert für ihre Mitglieder informieren.

Im April waren faktisch alle Unternehmen der bau- und baunahen Handwerke von den Entwicklungen am Rohstoff- und Materialmarkt betroffen.

Kostensteigerungen von 50, 70 oder 100 Prozent auf Holz, Dämmstoffe oder Wandbeläge bringen die Betriebe an ihre Grenzen. Denn zumeist wurden Angebote schon vor Wochen abgegeben und mit niedrigeren Einkaufspreisen kalkuliert. Hinzu kommt ein zunehmender Mangel bei bestimmten Stoffen, etwa Bauholz. Durch eine Pressemeldung der Handwerkskammer ist es gelungen, das Thema in breite Kreise der Medien zu streuen. So berichteten der MDR oder auch die Süddeutsche Zeitung.

Auch in der Deutschen Handwerkszeitung wurde ein umfassender Bericht eines Zimmerermeisters publiziert. Zugleich ist die Handwerkskammer politisch aktiv geworden und hat gegenüber dem Zentralverband ein aktives Zugehen auf die Bundespolitik gefordert, um die Preisgleitklausel für diese Fälle festzuschreiben. Das Thema wird die Arbeit der kommenden Wochen weiter begleiten.

Wie stets am Ende eine Quartals hat die Handwerkskammer die Zahlen zur Entwicklung des Handwerks vorgelegt.

Diese belegen, dass sich im 1. Quartal die Eindämmungsmaßnahmen negativ auf die Lage in vielen Bereichen des Handwerks auswirken. Die saisonal übliche Konjunkturabkühlung und die Folgen der Eindämmungsmaßnahmen lassen den Geschäftslageindex auf plus 28 sinken. Das sind vier Punkte weniger als im letzten Quartal. Vor einem Jahr lag der Wert bei minus 3. Die Erwartungen haben sich nach einem massiven Einbruch im 4. Quartal leicht erholt. Der Index stieg von plus 3 auf plus 27 an. 40 Prozent der Betriebe erwarten nunmehr eine bessere, 17 Prozent eine schlechtere Geschäftslage. Die Zahl der Beschäftigten sank im 1. Quartal 2021 deutlich um 3.500 Mitarbeiter auf 63.500 Personen. Das ist der stärkste Einbruch seit über einem Jahrzehnt. Außer dem Ausbauhandwerk sind davon alle Wirtschaftsgruppen betroffen. Ursachen sind saisonale Gründe, Auswirkungen der Coronamaßnahmen und die demografische Entwicklung.

Die Umsätze gingen um durchschnittlich 26 Prozent zurück. Ein so starker Rückgang ist in den letzten Jahren nie registriert worden. 62 Prozent der Unternehmen melden rückläufige, 14 Prozent steigende Umsätze. Die Rückgänge sind in den verschiedenen Wirtschaftsgruppen ähnlich – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Der sonstige politische Dialog setzt sich in der Forderung nach sachgerechten und zeitnahen Hilfsmaßnahmen für betroffene Betriebe (Überbrückungshilfe etc.) fort.

Hier ist ein kleiner Erfolg zu vermelden: Die Politik hat auf die Notsituation der Unternehmen u.a. mit einem Eigenkapitalzuschuss für betroffene Betriebe reagiert. Damit sollen die Kapitalreserven wieder aufgefüllt werden.

Die Digitalisierung gehört zu den „Gewinnern“ der Pandemiezeit.

Allerdings nicht erst jetzt ist sie ein zentrales Thema der Kammerarbeit. Im April wurden sechs Webseminare zu unterschiedlichen Themen durchgeführt. Neben dem Fernabsatz war auch der Aufbau einer eigenen „Marke“ Inhalt dieser Vorträge. Weitere Informationen dazu auch www.digitale-handwerksoffensive.de.

Sogenannte „Best practice“-Beispiele zu würdigen, gehört ebenso zur Aufgabe der Handwerkskammer. Daher werden immer wieder einmal Filme von digitalen Vorreitern gefertigt. Einen solchen haben wir in diesem Monat in der Tischlerei Timme gedreht. Neben einem innovativen digitalen Aufmaßsystem, nutzt das Unternehmen intern eine Cloudlösung zur Verwaltung und Synchronisation von Daten und Terminen.

Die Teilnehmer und Dozenten in unserem Bildungszentrum können sich regelmäßig auf Corona testen.

Das Testzentrum am Standort Osendorf bietet montags ab 12 Uhr kostenfreie Testmöglichkeiten auch für Handwerksbetriebe an.

Weiterhin bestehen kaum Möglichkeiten für Berufsorientierung.

Daher stehen die Ausbildungsberater der Handwerkskammer immer donnerstags von 13-16 Uhr für Fragen rund um die Berufswahl zur Verfügung. Zum Schuljahresende hin steigt die Zahl der Interessenten.

In jedem Jahr ehrt die Handwerkskammer vorbildliche Ausbildungsbetriebe.

Die Auszeichnung wird an Unternehmen übergeben, die sich durch ihr Engagement und Aktivitäten in der Berufsorientierung und Ausbildung hervorheben. Coronabedingt war eine öffentliche Ehrung leider nicht möglich. Derzeit werden die auszuzeichnenden sechs Preisträger in ihren Betriebsräumen durch Vertreter der Kammer geehrt. Am 29. April 2021 erfolgte die Übergabe der Auszeichnung an das Unternehmen „Bauer-Elektroanlagen GmbH Halle“. Weitere Unternehmen werden ihre Auszeichnung Anfang Mai erhalten.

Schon seit drei Jahren loben die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau und die Handwerkskammer Halle (Saale) einen Förderpreis in Höhe von insgesamt 5.000 Euro für gute Berufsorientierungsaktivitäten und kreative Ideen zur Umsetzung aus.

Ziel ist es, die Schulen für das Thema „Berufsorientierung“ zu sensibilisieren und zu stärken. Ein erster Förderpreis wurde der Heinrich-Heine-Schule Halle überreicht (Anfang Mai).

Sonstiges

Presseinformation: Handwerkskammer in Wittenberg umgezogen 
Presseinformation: Theorielücken in der Ausbildung
Presseinformation: Hilferuf des Handwerks
Presseinformation: Testpflicht: zusätzliche Kosten überfordern Betriebe
Presseinformation: Staatliche Vorschriften prägen das Wirtschaftsleben – wie weiter?
Konjunkturumfrage 1. Quartal 2021
KonjunkturumfragePresseinformation: Selbsttest bei Friseuren und Fußpflegern möglich

Handwerkskammer fordert Beachtung von kleinen und mittleren Betrieben

Die Kosten und der Aufwand für die Eindämmungsmaßnahmen werden von den Betrieben immer wieder kritisiert und für unverhältnismäßig erklärt. Im politischen Dialog mit der Landesverwaltung fordert die Handwerkskammer daher die Beachtung der besonderen Situation von kleinen und mittleren Betrieben beim Erlass von Regularien.

Preisgleitklauseln gefordert

Die im April schon angelaufene Entwicklung am Rohstoff- und Materialmarkt, durch die insbesondere Unternehmen der bau- und baunahen Handwerke von Kostensteigerungen betroffen sind, verschärft sich. Holz, Stahl oder Dämmstoffe, sofern sie verfügbar sind, kosten das Vielfache im Vergleich zum letzten Halbjahr. Die Handwerkskammer ist an Abgeordnete des Deutschen Bundestages aus dem Kammerbezirk (Sepp Müller, MdB) herangetreten, um insbesondere im öffentlichen Bau Preisgleitklauseln einzufordern. Gleiches wurde auch im Dialog mit dem Landkreistag und dem Städte und Gemeindebund Sachsen-Anhalt erörtert. Die öffentliche Hand, mit ihren starren Regularien und Vorschriften, ist in der Frage der Anpassung von Angeboten oder aber der straffreien Akzeptanz von Terminverschiebungen wegen Materialmangels leider nicht flexibel genug. Hier wird die Kammer im Interesse der Betriebe weiter arbeiten.

Viele Beratungen zu Preissteigerungen

Die Preissteigerungen dominieren auch die Beratungstätigkeit der Betriebsberater. Hier ist zum Teil schnelles Handeln erforderlich, da erste Betriebe Kurzarbeit trotz voller Auftragsbücher jedoch wegen Materialmangels avisieren.

Positives Bekenntnis zur Meisterförderung

Aber auch die reguläre Arbeit der Berater läuft parallel weiter. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern für die Betriebsleitung ist hier nach wie vor ein Hauptschwerpunkt. Als nutzbringendes Instrument hat sich die vom Land Sachsen-Anhalt ausgereichte Meistergründungsprämie erwiesen. Das entsprechende Förderprogramm läuft am 30. Juni aus. Die Handwerkskammer aus Halle und Magdeburg haben daher den Erhalt und die Verstetigung dieser Förderung zum zentralen Wahlkampfthema gemacht. Beim Wahlforum des Handwerkstages ist es gelungen, den sechs aussichtreichsten Parteien ein positives Bekenntnis zu Fortführung abzuringen.

Handwerkspolitische Forderungen eingebracht

Der sonstige politische Dialog umfasst die handwerkspolitischen Forderungen, welche in jeder Vollversammlung aufgestellt werden. Themen daraus wurden unter anderem in einer Videokonferenz mit dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt und dem CDU-Politiker Friedrich März oder auf lokaler Ebene im Arbeitskreis Wirtschaft der Stadt Halle durch den Hauptgeschäftsführer eingebracht.

Meisterpakete an Jungmeister übergeben und verschickt

Die Eindämmungsmaßnahmen lassen leider keine öffentliche Ehrung unserer Meisterabsolventen zu. Um den Jungmeisterinnen und Jungmeistern dennoch angemessen zu ihrem Abschluss zu gratulieren wurden den 289 jungen Handwerksmeistern aus ganz Deutschland aus den Jahrgängen 2019 und 2020 Überraschungspakete zusammen mit ihrer Schmuckurkunde übersandt.

Kundenportal gestartet

Zum Stichtag 31.05. wurden aktuell 401 Berufsausbildungsverträge für das neue Ausbildungsjahr 2021/2022 in die Lehrlingsrolle eingetragen.
Die Umstellung auf eine digitale Erfassung der Verträge im Kundenportal der Handwerkskammer, wurde von den Betrieben sehr gut angenommen. Anfängliche Skepsis bei einigen Unternehmen konnte durch Beratungen ausgeräumt werden. Die Bearbeitung der eingegangenen Anträge erfolgt meist innerhalb eines Arbeitstages. Seit dem 5. Mai, dem Start unseres Kundenportals, sind bereits 65 Anträge über das Kundenportal der Handwerkskammer eingegangen.

Corona-Tests immer montags im BTZ Halle-Osendorf

Nach wie vor werden die Teilnehmer und Dozenten in unserem Bildungszentrum regelmäßig auf Corona getestet. Das Testzentrum am Standort Osendorf bietet weiterhin montags kostenfreie Testmöglichkeiten auch für Handwerksbetriebe an.
Im Bildungszentrum begann im Mai ein Vollzeitlehrgang Kraftfahrzeugtechnik. Fortlaufend finden die Lehrgänge der Überbetrieblichen Unterweisung sowie verschiedene Fortbildungskurse statt.



Sonstiges

Presseinformation: Klimaschutzziele

Presseinformation: Brückentag

Presseinformation: Noch bis zum 31. Mai 2021 am Azubiwettbewerb teilnehmen

Presseinformation: Workshop Virtual Reality

Presseinformation: Mehr als meisterlich_Geprüfter Betriebswirt

Presseinformation: Sozialpädagoge unterstützt während der Ausbildung

Presseinformation: Handwerkstag-Sachsen-Anhalt-Wahlforum

Presseinformation: Handwerkskammern-zur-Testpflicht-vor-Salonbesuch

Die eingetretenen Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen gegen die Pandemie wirken sich auf das Alltagsgeschäft der Handwerksbetriebe aus.

Das spiegelt sich in den Anfragen an die Betriebsberater. Die Schwerpunkte liegen derzeit auf der Suche nach Nachfolgern für Unternehmen und der Begegnung der Materialpreissteigerungen. Zu letzterem Thema wurden Informationen in der Deutschen Handwerkszeitung und auf der Website der Kammer veröffentlicht. Auch die politische Arbeit der Kammer konzentriert sich derzeit auf dieses Hemmnis. In Abstimmungen mit den kommunalen Spitzenverbänden und auch in der Berichterstattung gegenüber der Presse wurde das Thema in den Fokus gebracht.   Einen besonderen Beratungsfall konnte eine Betriebsberaterin vermelden: Ein Unternehmen, dass sie selbst 1991 bei der Existenzgründung begleiten durfte, ist jetzt auf dem Weg zur Übergabe. Die DHZ wird dazu berichten.

Ausbildungsberatung und Ausbildungsverträge

In der Ausbildungsberatung mehren sich zum Schuljahresende die Nachfragen nach Möglichkeiten der Erstausbildung sowie rund um die Lehre. Vermehrt fragen Lehrlinge auch den Wechsel des Ausbildungsbetriebes oder einen Berufswechsel (zum Teil nach Nichtbestehen des Teil 1 der Gesellenprüfung) nach.

Seit letztem Monat können Ausbildungsverträge über das Kundenportal der Handwerkskammer eingegeben werden. Zu dieser neuen Möglichkeit hinterfragen Betriebe derzeit technische Details zum Zugang oder zur Dateneingabe. Inzwischen werden 70 Prozent aller Verträge online erfasst. Der Vorteil für die Unternehmen liegt in der schnellen Fertigstellung und dem Vorblenden von betrieblichen Daten, wie Adresse oder Ausbildungsberuf.

Zum Stichtag 30. Juni wurden 679 Ausbildungsverträge neu in die Lehrlingsrolle eingetragen. Das sind 248 Verträge mehr als vor einem Jahr.

Berufsorientierung

Zugleich laufen die Berufsorientierungsmaßnahmen wieder an. Im Bildungszentrum in Stedten haben 80 Schüler die Berufe in den Baugewerken und im Sanitär-Heizungs- und Klimatechnikerhandwerk kennenlernen dürfen. An acht Stationen wurde das Geschick getestet und durch Ausbilder der Kammer für die duale Ausbildung geworben.

Presseinformationen aus dem Monat Juni

Presseinformationen: Online-Fragestunde für Betriebe zu Auslandsaufenthalte
Presseinformation: Gemeinschaftsstand auf der mhm 2022
Presseinformation: Workshop Datenschutz in der Praxis
Presseinformation: Ergebnis Bürgerentscheid Presseinformation: Ergebnis Landtagwahl
Presseinformation: Umsatzrückgang im Handwerk ist deutliches Alarmzeichen
Presseinformation: Klimaschutz braucht…
Presseinformation: Vollversammlung wendet sich an alle Handwerksbetriebe