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27. April 2021

Staatliche Vorschriften prägen das Wirtschaftsleben – wie weiter?

Konjunkturumfrage, 1. Quartal 2021

Statistik
Statistik. Foto: gerald/pixabay

Im 1. Quartal 2021 wirkten sich die Eindämmungsmaßnahmen negativ auf die Lage in vielen Bereichen des Handwerks aus. „Zwar ist der Schock überwunden, die Unsicherheit aber bleibt. Die Geschäftslage ist entsprechend verhalten“, erläutert Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. „Die Gesamtheit der Belastungen aus staatlichen Eindämmungsmaßnahmen wächst stetig. Etliche  Selbständige wissen nicht, wie weiter, und denken vor diesem Hintergrund darüber nach, endgültig hinzuwerfen.“

Zu den Konjunkturzahlen:

Die saisonal übliche Konjunkturabkühlung und die Folgen der Eindämmungsmaßnahmen lassen den Geschäftslageindex auf plus 28 sinken. Das sind vier Punkte weniger als im letzten Quartal. Vor einem Jahr lag der Wert bei minus 3. Die Erwartungen haben sich nach einem massiven Einbruch im 4.Quartal leicht erholt. Der Index stieg von plus 3 auf plus 27 an. 40 Prozent der Betriebe erwarten nunmehr eine bessere, 17 Prozent eine schlechtere Geschäftslage.

Die Zahl der Beschäftigten sank  im 1. Quartal 2021 deutlich um 3.500 Mitarbeiter auf 63.500 Personen. Das ist der stärkste Einbruch seit über einem Jahrzehnt. Außer dem Ausbauhandwerk sind davon alle Wirtschaftsgruppen betroffen. Ursachen sind saisonale Gründe, Auswirkungen der Corona-Sperrmaßnahmen und die demografische Entwicklung.

Die Umsätze gingen  um durchschnittlich 26 Prozent zurück. Ein so starker Rückgang ist in den letzten Jahren nie registriert worden. 62 Prozent der Unternehmen melden rückläufige, 14 Prozent steigende Umsätze. Die Rückgänge sind in den verschiedenen Wirtschaftsgruppen ähnlich – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Die Auftragsreichweiten sind gegenüber dem Vorquartal (6,1) leicht gestiegen und lagen bei durchschnittlich 7,9 Wochen. Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe blieb bei 78 Prozent.

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe stieg im 1.Quartal um 41 auf 13.383. Das sind dennoch 169 Betriebe weniger als vor einem Jahr. Sowohl die Zahl Neueintragungen als auch der Löschungen sind gegenüber der Vor-Corona-Zeit rückläufig.